Naomi Rossignol | Architecture, Graphic Design, Photography, Theory, Morphology

Naomi Rossignol | Royal Academy of Arts, Den Haag

Naomi Rossignol hat die Jury durch die inhaltliche und eigenständige Tiefe ihrer Arbeiten überzeugt.

In Ihrem Stegreif nimmt sie ein bestehendes und zur Zeit als Asylantenheim genutztes altes Gefängnis als Grundlage Ihrer Arbeit. Ein an sich politisch sehr beladenes Thema wird mit der Leichtigkeit einer Zeichnung gelöst. Diese abweisende Fassade löst sich durch einfache geometrische Motive auf. Es entstehen neue Innen- und Außenbezüge, neue Ein und Ausblicke. Dieser spielerische Umgang mit Licht und Schatten, Dichte und Weite, Außen und Innen ist eine sehr eigenwillige Interpretation des gestellten Themas "Die Lichtung". Es ist keine beliebige Abstraktion einer Lichtung eines Waldes, sondern die Lichtung oder Auflösung einer abweisenden geschlossenen Fassade, im Sinne von Klärung des Dunkels. Ganz besonders hat die Arbeit „Route Along 18 Dancing Threads“ überzeugt. Naomi Rossignol ist Tänzern und es gelingt ihr, einen Raum allein durch eine tänzerische Einlage zu prägen.

Einfache Kabelstränge eines bestehenden Raums inspirierten sie zu ihrer Arbeit. Gerade dieser wache Moment auf ihre Umgebung und das daraus resultierende Ergebnis hebt die Eigenständigkeit der Arbeit hervor. Es ist die Auseinandersetzung mit dem täglichen Umfeld, die Auseinandersetzung mit den Themen, von denen wir uns wünschen, dass hierüber gerade junge Studenten, die Entwerfenden von morgen, ihren eigenen Ausdruck entwickeln können.

 

Beitrag: AIT-Dialog | Verfasser: Lasse Ole Hempel

Die sechs Jurymitglieder kürten Naomi Rossignol aus Den Haag in den Niederlanden zu einer der drei Stipendiaten. Ihr Lebenslauf liest sich wie der einer Kosmopolitin.
Ihre Kindheit hat sie zu einem großen Teil auf einem Schiff verbracht, in Hongkong, Patagonien, Amazonien und Thailand hat sie bereits gelebt.Für sie war es eine Herzenssache, sich für die Gestaltung von Räumen zu entscheiden Für sie war es eine Herzenssache, sich für die Gestaltung von Räumen zu entscheiden. Seit 2015 studiert sie an der Royal Academy of Arts in Den Haag Interior Architecture.
Voller Begeisterung für die Dynamik des Landes hat sie vielfältige inspirierende Orte und Themen entdeckt, mit denen es sich zu arbeiten lohnt: zum Beispiel im Projekt „A Grid for Movement“, das eine Interpretation des landschaftlichen Phänomens der Lichtung beinhaltet. In ihrem Entwurf wird das
historische Gefängnis Biljmer Bajes in Amsterdam in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt.
Das Stipendium kommt für sie genau im richtigen Moment, plant sie doch, ein Praxissemester in Amsterdam zu verbringen, das sie auch der Arbeit an der Beziehung zwischen Außen- und Innenraum widmen möchte. loh

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