Blog | Annika Rautter

März 2017  

KUBA | Reisebericht Teil 1

Nach einem neuen abgeschlossenen Semester und ein paar Wochen im Büro konnte die Reise beginnen: 3 Wochen Kuba! Am 7. März flogen wir von München über Kopenhagen und Toronto nach Havanna, wo wir die ersten Tage verbrachten.

Havanna ist eine tolle Stadt, die fernab der touristischen Plätze schon viel von Kubas Kultur zeigt. Das Reisen in Kuba ist so einfach, da die Kubaner jeden Gast freundlich bei sich aufnehmen, in so genannten „Casas particulares“. Nirgends ist es leichter mit den Einheimischen in Kontakt zu treten und deren Lebensstil kennen lernen. Denn neben vielen Geheimtipps, die man bekommt, wird man auch jeden Morgen zum gemeinsamen Frühstück geladen, bei dem es Ei, Weißbrot und leckere Früchte wie Ananas, Papaya und Guaven gibt.



Im Vorfeld hatten wir nur die erste Unterkunft gebucht. Ab dann ließen wir uns einfach spontan treiben und fuhren entweder mit dem Bus oder dem Sammeltaxi dorthin, wo wir gerade wollten. Unsere Gastfamilien organisierten immer das nächste Casa, denn die Kubaner haben ein gutes Netzwerk und kennen in jeder Stadt andere Vermieter. Es gibt wahnsinnig viele Casas particulares und in manchen Orten hat fast jedes zweite Haus das Schild mit dem blauen Anker, das die Casas kennzeichnet. Der erste Stopp führte uns nach Cienfuegos, einem Ort an der Südküste. Dort verbrachten wir drei Tage - sowohl am Strand, als auch in der Stadt.



Als nächstes ging es für uns weiter nach Trinidad, einem sehr touristischen, aber wunderschönen kleinen Ort, der sich nur ca. 80 Kilometer entfernt von Cienfuegos befindet. Besonders die kleinen Gassen und bunten Häuser verzauberten uns dort. Aber auch wieder die Gastfreundschaft und das Haus mit seiner hübschen Terrasse, in dem wir empfangen wurden.


Wir verbrachten auch hier drei Tage und zwei Nächte und genossen die Sonne in der Stadt sowie am nahegelegenen Strand. Dank eines Geheimtipps unserer Gastgeber konnten wir einen tollen abgelegenen Strand besuchen und mussten nicht auf den Touristenmagneten Playa Ancón ausweichen. Da das Wasser hier so klar und Türkis ist, gab es auch unter Wasser viel zu entdecken.



Wie unsere Reise weiterging, welche Orte wir noch besucht haben und einige weitere Eindrücke zeige ich im nächsten Beitrag.

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Februar 2017

Die Internationale Möbelmesse in Köln

Wie schon im letzten Blogeintrag berichtet, besuchte ich im Januar die imm in Köln. Auf insgesamt 11 Hallen gab es Möbel und alles rund ums Wohnen zu bestaunen. Dieses Jahr war dort auch die Messe "living kitchen" begleitend zur imm.



Besonders die Büros und Designer aus Skandinavien konnten mich mit ihren Projekten überzeugen, das geradlinige, schlichte aber doch raffinierte Design zeichnet den nordischen Stil aus. Auch aus Italien waren einige spannende Produkte und Möbel zu sehen.

 

Außerdem präsentierten auch einige Hochschulen und Handwerkerschulen ihre Projekte. Besonders interessant empfand ich den Stand der Hochschule in Rosenheim, die den Studiengang Innenarchitektur repräsentiert hat. Der Messestand basierte auf einer Pop-Up-Karte. Hinter den Buchstaben konnte man einige andere Entwürfe zum Thema „Markeninszenierung“ bestaunen, wobei mit „Marke“ der Studiengang gemeint war. Zusätzlich gab es noch einige Bildschirme auf denen man Informationen zum Studium erhalten konnte.



Ein Messestand, der meine Aufmerksamkeit durch seine auffällige Optik erregte, war der Stand der Firma „tapeten.de“. Es handelte sich um ein altes Gerüst aus Stahl, das mit Blättern aus Stoffen und Tapeten behängt worden ist. Diese Inszenierung hat eine ganz eigene, spannende Atmosphäre geschaffen.

Insgesamt war die Messe eine tolle Erfahrung, die mir viel Inspiration gegeben hat. Ich hoffe, nächstes Jahr wieder Zeit zu finden, um sie zu besuchen.

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Januar 2017  

Mein Stuhlentwurf auf den Passagen während der imm Köln

Dank der Unterstützung der AIT-ArchitekturSalons und der Sto-Stiftung durfte ich während der internationalen Möbelmesse mein Studienprojekt „FALTER“ vom 16. bis 21. Januar 2017 im Kölner Salon ausstellen. „FALTER“ ist ein Klappstuhl, der in einer handlichen Tasche transportiert und bei Bedarf zu einem Trapez geklappt werden kann.

Er entstand als Lösungsansatz, um dem begrenzten Platz in Studentenwohnungen in großen Städten entgegenzuwirken, in denen überflüssige Möbel oftmals stören. „FALTER“ kann überall hin mitgenommen werden oder auch nur Zuhause genutzt und wieder leicht verstaut werden, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Das Sitzmöbel besteht aus 6,5 Millimeter dicken Multiplexplatten die komplett mit Stoff umhüllt sind, der die Sitzfläche seinerseits in Form hält, sodass keine Schrauben oder Scharniere nötig sind.

„FALTER“ ist ein Zweiteiler, der ganz leicht mit Druckknöpfen zusammengefügt werden kann. Durch die Polsterung an Sitzfläche und Lehne sowie die breit ausgeformte Trapezform, ermöglicht der Stuhl eine offene, ergonomische und bequeme Sitzhaltung.

Optisch zeichnet sich „FALTER“ besonders durch seine Geradlinigkeit und seine Sanduhrenform aus. Der Name spielt auf einen Schmetterling an, da der Stuhl auch erst entfaltet all seine schönen Details offenbart. Die graue Sitzfläche kontrastiert mit dem schwarzen robusten Filz der Flächen, die der Körper nicht direkt berührt. Die passende Tasche zu jedem „FALTER“ spielt mit den gleichen Kontrasten: Außen ist sie grau, im Innern findet sich der dunkle Filz, der beim täglichen Gebrauch weich und handschmeichelnd anmutet.

Optisch zeichnet sich „FALTER“ besonders durch seine Geradlinigkeit und seine Sanduhrenform aus. Der Name spielt auf einen Schmetterling an, da der Stuhl auch erst entfaltet all seine schönen Details offenbart. Die graue Sitzfläche kontrastiert mit dem schwarzen robusten Filz der Flächen, die der Körper nicht direkt berührt. Die passende Tasche zu jedem „FALTER“ spielt mit den gleichen Kontrasten: Außen ist sie grau, im Innern findet sich der dunkle Filz, der beim täglichen Gebrauch weich und handschmeichelnd anmutet.

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Dezember 2016

Norwegen - Eine Reise in die Arktis

Nach den Weihnachtsfeiertagen ging es für mich eine Woche nach Norwegen. Wir flogen von München nach Oslo und fuhren von dort aus weiter mit dem Auto nach Trondheim.

Die Landschaft Südnorwegens ist atemberaubend und das Wasser ein ständiger Begleiter. Das Land ist von Fjorden und Inseln durchzogen, sodass man kaum 50 Kilometer fahren kann, ohne mindestens einen Fjord mit einer Fähre überqueren zu müssen. Unsere erste Unterkunft führte uns nach Augsbygdi, einer kleinen Stadt etwa 120 Kilometer von Oslo entfernt. Direkt am dortigen Fjord übernachteten wir in einer kleinen Holzhütte, wie sie für Norwegen typisch sind.

Die Sonne blitzte vier Stunden täglich hinter den Bergen hervor und tauchte alles in ein orange-rotes Licht, das in Kombination mit dem Wasser eine tolle Atmosphäre zauberte. Wir fuhren immer weiter in den Norden, übernachteten direkt am Wasser und genossen die tolle Landschaft und die frische Luft. Ab Trondheim ging es für uns weiter mit den Hurtigruten, der traditionallen norwegischen Postschifflinie.

Auf dem Weg zum Polarkreis konnten wir sogar Nordlichter entdecken. Dieses atemberaubende Naturschauspiel durften wir zwei Stunden lang beobachten. Die Farben und die Atmosphäre waren sehr inspirierend und das absolute Highlight der Reise. In Bodo angekommen, der Stadt in der der Wind ein dauerhafter Gast ist, verließen wir das Schiff und flogen am nächsten Tag auch schon wieder zurück nach Deutschland.

Insgesamt war die Natur, die wir in Norwegen erleben durften, eine der beeindruckendsten und inspirierendsten, die ich je erlebt habe. Bei der nächsten Reise, die ich nach Norwegen unternehmen werde, möchte ich ans Nordkap und von dort aus weiter nach Spitzbergen fahren.

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November 2016

"Auf dem Designers‘ Saturday in Langenthal"

Wie ich schon in einem vergangenen Beitrag berichtet habe, waren wir im November auf dem Designers‘ Saturday in Langenthal in der Schweiz und haben das Semesterprojekt „Pop-Up-Stores - the power of temporary spaces“ ausgestellt. Die Installation der Ausstellung wurde von den Masterstudenten geplant und vorbereitet. Gezeigt wurden die Projekte der Bachelorstudenten.

Die Installation trägt den Namen „Discover“ und soll den Besucher animieren selbst aktiv zu werden. Die Modelle der Bachelorstudenten befanden sich jeweils entweder unter einer großen gelben Glosch, die das Publikum nach oben ziehen, oder hinter angerautem Plexiglas, das mit einem nassen Pinsel frei gestrichen werden musste.

Als Gestell diente eine Konstruktion aus Dachlatten, die alles miteinander verband. Als Akzentfarbe wurde gelb gewählt, die auf die Pinsel und die Glosch verwies und den Besucher neugierig machte. Mit den beleuchteten Plexiglasboxen und akzentuierten Scheinwerfern an einem Gerüst wurden die Modelle in Szene gesetzt.

Die Installation war ein voller Erfolg und eine großartige Erfahrung für uns alle. Ich freue mich auf die nächste Ausstellung in Köln.

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Oktober 2016

"Valencia - la ciudad de las artes y ciencas"

Im September reiste ich mit meiner Schwester nach Valencia in Spanien. Besonders beeindruckend waren die Gebäude in der Ciudad de las artes y ciencas, der Stadt der Künste und Wissenschaften. Das Gelände beherbergt vier Gebäude in einem großen Park und stellt das moderne Wahrzeichen der Stadt dar. Durch den Park „La Turia“ kann man das Areal leicht mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß erreichen.

Die Bauwerke wurden von den spanischen Architekten Santiago Calatrava und Felix Candela entworfen. Am 16. April 1998 fand die Eröffnung statt. Es handelt sich um einen Park mit der Möglichkeiten für zahlreiche Freizeitaktivitäten. In dem ovalen Gebäude, das wie ein Schildkrötenpanzer aus dem Wasser ragt, befindet sich ein digitales 3D-Kino mit einer konkav geformten 900 Meter langen Leinwand. Es wird „La Hemisfèric“ genannt. Das wissenschaftliche “Museum Príncipe Felipe“ ist in einem Gebäude untergebracht, dessen Erscheinung an eine Aufreihung von Haifischzähnen erinnert (siehe Foto). Die Besonderheit des Museums liegt in der geforderten Interaktivität des Besuchers.

 

Außerdem findet man auf dem Gelände noch den „Palau de les Arts Reina Sofía“, ein Opernhaus, in dem neben den klassischen Opern auch Konzerte, Zarzuela und Ballett stattfinden. Das neuste Gebäude auf dem Areal ist das „Àgora“. Es hat, anders als die anderen Bauten, nicht eine bestimmte Funktion, sondern bietet Platz für Veranstaltungen aller Art. Insgesamt bilden die Bauwerke ein stimmiges Ensemble, das durch die Wasserflächen optisch verbunden wird. Die Ciudad de las artes y ciencas ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

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September 2016

"Gestalter auch privat"

Als Gestalter findet man selten Möbelstücke, die einem rundum zusagen. Es gibt immer etwas auszusetzen und am liebsten möchte man Details nach eigenen Vorstellungen ändern. Für sich selbst zu entwerfen, lässt einem die größte Freiheit, denn es sind nur die eigenen Bedürfnisse, die das Produkt erfüllen muss.

Auch außerhalb der Uni entwickelt man Produkte oder verhilft sich durch Techniken, die man für Projekte gelernt hat. Im Moment entwerfe ich ein Bettgestell für mein Zimmer in München. Das Zimmer ist klein und der Raum unter dem Gestell wird dringend als Stauraum benötigt. Deshalb ist auch ein Bettkasten vorgesehen. Außerdem sollte es noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten offen lassen, wie beispielsweise die Farbgebung oder auch das Material. Es muss in seiner Formensprache entsprechend zurückhaltend und geradlinig sein, um einfache Veränderungen zuzulassen, ohne dabei überladen zu wirken. Als Material habe ich mich vorerst für Eichenholz entschieden. Um das Kopfteil auch als Sitzlehne nutzen zu können, ist es leicht abgeschrägt, das Fußteil bewegt sich im gleichen Winkel mit.

Um dem Gestell eine besondere Optik zu verleihen, können Kissen oben am Kopfteil durch Edelstahl-Halter aufgesetzt werden. Alternativ kann das Kopfteil mit einer Art gepolsterter Husse überzogen werden, deren Farbe flexibel gewählt werden kann. Der erste Entwurf wirkte sehr massiv, weshalb ich im zweiten Schritt doch auf feste Bettkästen verzichtet habe. Alternativ können die Kästen nun etwas tiefer untergeschoben werden und treten somit optisch in den Hintergrund. Auch die Wahl der Winkel und der Formensprache wird dadurch freier.

Umgesetzt wird die Planung in den kommenden Semesterferien. Im März werde ich also die Entwicklung und das Endergebnis präsentieren können.

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August 2016

Die Studienfahrt 2016 nach Kopenhagen

Jedes Jahr fährt unser Studiengang gemeinsam in eine Stadt, um deren architektonische Highlights und verschiedene ortsansässige Büros zu besuchen. Das vierte Semester organisiert diese Reise und wir entschieden uns dieses Mal für Kopenhagen. Vor Ort besichtigten wir die Büros und Showrooms von HAY House, Henning Larsen und Louis Poulsen. Auch besuchten wir das Museum für Design, in dem es viele außergewöhnliche Möbelstücke und Produkte zu sehen gab.

In Kopenhagen fahren 80 Prozent der Einwohner mit dem Fahrrad zur Arbeit. Dass die Stadt für Fahrradfahrer so gut geeignet ist, durften wir selbst bei einer geführten Fahrradtour erleben. Während unserer Tour zu den berühmten Bauwerken in Kopenhagen kamen wir am sogenannten Black Diamond vorbei, dem 1999 entstandenen Erweiterungsbau der Dänisch Königlichen Bibliothek, der direkt an der Waterfront aufragt. Das riesige Gebäude mit schwarzer Fassade von schmidt/hammer/lassen architects fällt durch Größe, Farbe und Form sofort ins Auge.

Ebenfalls direkt am Wasser steht das wohl berühmteste Bauwerk in Kopenhagen: Die Oper von Henning Larsen, die nach vier Jahren Bauzeit im Januar 2005 eröffnet wurde. Wenn man sich der Oper nähert beeindruckt das weit auskragende Dach und die abgerundete Glasfassade. Diese gibt im Innenraum einen Panoramablick auf das Wasser sowie die Stadt auf der anderen Seite der Insel frei.

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Juli 2016

Der Pop Up Store

Semesterprojekt an der Schnittstelle von Produktinszenierung und Innenarchitektur

In unserem Studiengang wählt im Sommersemester jeder Student, egal in welchem Jahrgang er ist, einen der drei Lehrstühle „Produktgestaltung“, „Raumgestaltung“ oder „Freiraumgestaltung“ aus und erhält damit ein Projekt, das semesterübergreifend bearbeitet wird. Meine Wahl fiel in diesem Jahr auf das Fach Produktgestaltung. Die Aufgabe war es, einen Pop-Up-Store für eine selbst gewählte Marke zu entwerfen, dessen Modell am Designer‘s Saturday 2016 in Langenthal in der Schweiz ausgestellt wird. Mein Leitgedanke war es, zusätzliche Verkaufsflächen für eine Marke zu schaffen, die es zu Stoßzeiten besonders benötigt. Dies ist am häufigsten bei einem Unternehmen der Fall, das Produkte verkauft, die sich als Geschenk eignen und somit besonders zur Weihnachtszeit sowie zu Muttertag, Valentinstag und anderen Anlässen besonders gefragt sind. Aufgrund meines Konzepts entschied ich mich schließlich für die Schmuck- und Accessoire-Marke „Fossil“.

Nach einiger Recherche fielen mir im Storedesign von Fossil die bunten Boxen auf, die überall in den Geschäften zu finden sind und in denen der Schmuck verkauft wird. Dieses prägende Element und dessen Eigenschaften habe ich zum Thema meines Pop-Up-Stores gemacht. In meinem Konzept wird der Schmuck in diesen kleinen Boxen präsentiert, die über einen Magneten an einer Stahlstange befestigt, aber abnehmbar sind. Die Stangen wiederum sind in einer Stahlplatte eingeschraubt – vergleichbar mit dem Symbol einer „Blumenwiese“. Durch den Verkauf („Pflücken“) der Boxen („Blüten“) wird er im Laufe des Tages immer leerer, wobei der dunkle Stahl dabei einen bewussten Kontrast zu den farbigen Boxen bildet.

Der Store ist erweiterbar und kann sich an die verfügbare Fläche anpassen, indem zusätzliche Platten hinzugefügt oder weggenommen werden. Innerhalb kurzer Zeit lässt sich nach Bedarf alles auf- und wieder abbauen. Im November werden wir gemeinsam nach Langenthal fahren und im Rahmen unserer Ausstellung alle aufkommenden Fragen beantworten. Über den Designer‘s Saturday werde ich im November ausgiebig berichten.