Christopher Hansen | Kunsthøgskolen i Oslo

Christopher Hansen | Kunsthøgskolen i Oslo, Norwegen

Design bietet, wie ich finde, Problemlösungen, aber es ist nicht darauf beschränkt. Wir sollten auch zeigen was es heißt in dieser Welt Mensch zu sein. Es gilt daher die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen zu lenken, zum Nachdenken anzuregen und Reflektionen und Diskussionen zu initiieren. Wir sollten gute Beobachter sein. Ich lasse die Ideen gerne lange reifen bevor ich sie in die Praxis umsetze.

Obwohl ich in den USA geboren bin zog ich als Kind nach Norwegen. Ich habe in Prag studiert, in einem kleinen Büro in Athen gearbeitet und gegenwärtig mache ich an der Oslo Academy of the Arts einen Master in ‘Spatial and Furniture Design’. Meine Umstände haben es mir erlaubt, ein bisschen zu reisen, was für einen Designer meines Erachtens sehr wichtig ist. Zu sehen was um dich herum passiert ist ungeheuer aufschlussreich, egal ob es sich um menschliche Interaktion oder Städte handelt oder darum wie bestimmte Räume funktionieren.

Das Studium der Architektur eröffnete mir ein Gleichgewicht zwischen Zweckdienlichkeit und ästhetischer Ausdrucksmöglichkeit. Ich konnte frei arbeiten und zugleich auf den unterschiedlichsten Ebenen Fortschritte erzielen. Nachdem ich jedoch drei Jahre lang große Apartmentanlagen und kulturelle Bauten entworfen hatte sehnte ich mich in gewisser Weise nach einem kleineren und persönlicheren Format. Die Beschäftigung mit dem Raum an sich schien ideal und sie würde es mir erlauben zwischen der Architektur und der Kunst hin und her zu springen, etwas was ich mit jedem Architekturprojekt im Rahmen meines Bachelorabschlusses bereits versucht hatte.

Im Mittelpunkt meines Interesses stehen Räume mit ihren vielfältigen Bedeutungen und Interpretationen. Es gibt einen kartesianischen Raum, einen sozialen Raum, einen politischen Raum etc. Das Thema ist faszinierend, da es uns alle auf vielen unterschiedlichen Ebenen betrifft, angefangen von unserem Erleben von Raum in einem physischen Sinne bis zu seiner konzeptuellen Wahrnehmung. Ich empfinde fast nie eine scharfe Trennung zwischen Lernen und Privatleben. Das kann sowohl positive als auch negative Aspekte mit sich bringen, aber ich genieße es, dass mein Studium und mein Leben auf diese Weise miteinander verschmelzen. Und was meine wissenschaftliche Arbeit betrifft möchte ich diese gerne visuell oder als Erfahrung kommunizieren. Ich wünsche mir, dass sich meine Arbeit in diesem Bereich und ich mich persönlich gleichermaßen weiterentwickeln, so dass auch Laien verstehen, was wir eigentlich tun. Wir sollten unsere Ideen so gut es geht kommunizieren.

Ich bin der STO-Stiftung und der AIT außerordentlich dankbar, dass ich dieses Stipendium erhalten habe. Erwartet habe ich dies ganz und gar nicht. Als ich den Anruf erhielt war ich gerade so mit einer anderen Aufgabe beschäftigt, dass ich einen kurzen Moment gar nicht wusste worum es ging. Die Dame am anderen Ende musste daher wiederholen, dass es um das Stipendium ginge! Ich war entsprechend aufgeregt und mir fehlten zunächst die Worte. Die Möglichkeit die eigenen Ideen und Arbeiten auf einer solch großen Plattform zu veröffentlichen, ist für meinen weiteren Weg im Designbereich von enormer Bedeutung. Dies gilt ebenso für die finanzielle Unterstützung. Initiativen für engagierte Studenten wie diese sind außerordentlich wichtig und ich habe das Glück zu den Auserwählten zu gehören.